Geschäfts Übernahme

Am Dorfbild mitgezeichnet

Seit Mitte der neunziger Jahre verbindet Archidee Tradition und Moderne zur kreativen Archidekturplänen.

Der Unternehmensgründer und sein Partner übergeben das Büro und die laufenden Projekte per 1 November 2019 an den Gridnelwaldner Architekten Ueli Nebiker

GRINDELWALD «Das Zeichnen, Gestalten und die Suche nach neuen Lösungen haben uns immer schon interessiert», fassen Andreas Studer und Daniel Mathys die Spezialität der Archidee GmbH zusammen. Das Wort Idee in ihrem Markennamen wurde nicht zufälligerweisese mit dem Begriff Architektur verknüpft. Mit fortschreitender Tätigkeit entwickelten Studer und Mathys einen Baustil, der geprägt war durch eine spannungsvolle Verbindung von Tradition und Moderne. «In enger Zusammenarbeit mit der Bauherrschaft entwickelten wir individuelle und ideenreiche Projekte, die den Anforderungen einer zeitgemässen Nutzung und Technik entsprechen», streicht Andreas Studer heraus. In siebzehn Betriebsjahren sammelten die zwei Geschäftspartner Pläne und Modelle für Sanierungen, Umbauten und Neubauten. In und um Grindelwald entdeckt man die Handschrift der zwei Archidee- Geschäftspartner an Ein- und Mehrfamilienhäusern, an einzigartigen Beherbergungs- und Gastronomiebautensowie an Bauten für die öffentliche Hand.

Einheimischer Käufer

Am 1. November übergeben der Unternehmensgründer Andreas Studer und sein Geschäftspartner Daniel Mathys ihr Architekturbüro und die laufenden Projekte in neue Hände. «Wir freuen uns sehr, dass wir mit dem Architekten Ueli Nebiker einen jungen und einheimischen Käufer gefunden haben», betont Andreas Studer. «Ueli Nebiker ist gut vernetzt und besitzt das notwendige Gespür für eine verantwortungsvolle Architektur gegenüber Menschen, Natur und dem Ort Grindelwald», ergänzt er und ist überzeugt, dass der Nachfolger die bewährte Philosophie der Archidee GmbH weiterverfolgen wird. «Es ist wichtig, die einheimische Baukultur zu erhalten und sie gleichzeitig modern auszudrücken», betont Andreas Studer. Damit gelingt es Grindelwald, seinen Dorfcharakter zu erhalten, obwohl die Alpendestination in der Hochsaison manchmal wie eine Stadt anmutet.

Verantwortung gegenüber Menschen und Natur Der räumliche Kontext und die Berücksichtigung der traditionellen Baukultur am Ort hatten für Andreas Studer und Daniel Mathys von Anfang an eine grosse Bedeutung. So machte sich das Büro Archidee einem Namen mit der guten Integration von Bauobjekten in die bestehende Umgebung und in die Landschaft.

«Es ging uns darum, oberirdische Gebäudevolumen zu minimieren und grosse Fassadenflächen zu unterbrechen», erläutert Daniel Mathys. «Dabei haben wir vorwiegend natürliche Baustoffe wie Holz und Naturstein verwendet.» Das Resultat lässt sich sehen, zahlreiche Gebäude zeugen von der umsichtigen Arbeit am Dorfbild. Einige davon sind auch in den Büroräumlichkeiten der Archidee GmbH zu sehen, in Form von originalgetreuen Modellen im kleinen Massstab. Ein Modellsagt mehr als tausend Linien, scheint die Devise. Gerade deshalb haben Daniel Mathys und Andreas Studer immer wieder empfohlen, die Modelle möglichst naturgetreu gestalten zu lassen – inklusive Menschen, Miniaturautos und Umgebung.

 

 

 

 

 

Auf den ersten Blick

«Die menschlichen Proportionen sowie das Empfinden der Bewohner und der Betrachter wiesen uns den Weg», erklärt Daniel Mathys und lässt durchscheinen, dass diese in einem möglichst realistischen Modell auf den ersten Blick erkennbar seien. Die Gestaltungsschwer- punkte lagen bewusst nicht in einer verein- fachten Formensprache mit Kuben und Flachdächern, sondern in der gewachsenen Vielfalt und einer nachhaltigen Bauweise. «Wichtig war stets die Qualität bei der Planung und Ausführung», so Daniel Mathys weiter. Mit dieser Einstellung will er seine nächste Herausforderung als Bauverwalter von Grindelwald in An- griff nehmen. «Dass wir diesen Grundsätzen treu bleiben durften, verdanken wir vor allem den Bauherrschaften», sind sich Daniel Mathys und Andreas Studer bewusst. «Auch sie haben mitgeholfen, das schönste Tal der Welt

ansprechend zu erhalten», fasst Daniel Mathys zusammen. Ihm und Andreas Studer ist es ein Grosses Anliegen, allen Kunden für die Treue und das Vertrauen zu danken.

Für die Zukunft

«Wir haben uns seit Längerem mit der Geschäftsübergabe auseinandergesetzt», fügt Andreas Studer an. Er selbst blickt in eine Zukunft mit mehr Zeit für seine Hobbys Malen, Zeichnen, Basteln und Schreiben. Die Zukunft seiner Firma weiss er in guten Händen und wünscht Ueli Nebiker viel Freude, Glück und Erfolg als Architekt und Unternehmer. Für die Zukunft von Grindelwald sieht er grosse Chancen, aber auch die eine oder andere Gewitterwolke. «Ich wünsche mir, dass nur so viel gebaut wird, wie Nachfrage vorhanden ist», hält er abschliessend fest. «Wer mit Immobilien spekuliert, könnte am Ende genau das zerstören, was sich alle zu bewahren wünschen – nämlich den ursprünglichen Charakter von Grindelwald als Alpendorf.» Dass er und Daniel Mathys einen Beitrag dazu leisten konnten, macht Andreas Studer besonders stolz.